Gold-Analystenprognosen 2026: Zielt das Edelmetall auf 6.300 US-Dollar ab?

Die Erwartungen von Marktexperten und Analysten bezüglich des zukünftigen Goldpreises schwanken zwischen kurzfristigen Korrekturdruck und soliden mittelfristigen bis langfristigen Aufwärtsperspektiven. Während die Prognosen der führenden internationalen Finanzinstitute insgesamt positiv bleiben, setzen sie voraus, dass das Edelmetall in den kommenden Wochen und Monaten Schwankungen und temporäre Rückgänge verkraften muss.

Einigkeit der Großbanken über einen insgesamt Aufwärtstrend

Was die Prognosen für Gold heute bei den größten internationalen Finanzinstituten vereint, ist die feste Überzeugung, dass der grundlegende Trend des Edelmetalls im Jahr 2026 weiterhin nach oben zeigt, trotz erwarteter Volatilität. Die führenden Investmentbanken haben ähnliche Bewertungen veröffentlicht, die eine einheitliche langfristige Sicht auf die Goldaussichten widerspiegeln.

Die JPMorgan, eine der einflussreichsten Finanzinstitutionen bei der Marktentwicklung, erwartet, dass der Goldpreis bis Ende 2026 etwa 6.300 US-Dollar pro Unze erreichen wird. Diese Einschätzung basiert auf anhaltender institutioneller Nachfrage, vor allem von Zentralbanken weltweit, die ihre Reserven vom US-Dollar diversifizieren wollen. Laut Research-Memoranden der Bank könnte die offizielle Nachfrage jährlich fast 800 Tonnen erreichen.

Die UBS, einer der größten Vermögensverwalter weltweit, sieht die Prognosen der Marktanalysten für Gold in einem Bereich von 6.100 bis 6.200 US-Dollar in den späteren Phasen von 2026. Die Analysten der UBS betrachten die aktuellen Rückgänge und Korrekturen als natürliche Gelegenheiten innerhalb eines größeren Aufwärtstrends, nicht als Anzeichen für eine grundlegende Trendwende.

Die Deutsche Bank schätzt die Goldpreise bis Ende dieses Jahres bei etwa 6.000 US-Dollar, basierend auf anhaltender institutioneller Nachfrage und wachsendem Wunsch nach Absicherung gegen eine globale wirtschaftliche Abschwächung.

Aktuelle Treiber des Rückgangs: Dollarstärke und abnehmende Risiken

Trotz der langfristigen Zuversicht deuten die Marktanalysten darauf hin, dass die aktuellen Druckfaktoren auf Gold kurzfristige Dynamiken widerspiegeln, die es zu verstehen gilt. An erster Stelle steht der Anstieg des US-Dollars auf den höchsten Stand seit zwei Wochen, was die Kostenrechnung für Gold in Dollar wieder in den Vordergrund rückt.

Dieser Anstieg wurde durch mehrere politische und geldpolitische Entwicklungen unterstützt, darunter Hinweise auf eine relativ restriktive Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve. In diesem Umfeld wird der Dollar zu einem direkten Konkurrenten für Gold bei kurzfristigen sicheren Zufluchtsanlagen, was die Fähigkeit des Metalls, seinen Aufwärtstrend zu halten, einschränkt.

Zusätzlich hat die Entspannung geopolitischer Spannungen die Nachfrage nach Gold als Absicherung verringert. Die USA und Iran haben eine Gesprächsvereinbarung in Oman angekündigt, was die Märkte als Zeichen für eine Deeskalation interpretieren. Ebenso gab es positive Signale in den Beziehungen zwischen den USA und China, was den unmittelbaren Bedarf an geopolitischer Absicherung reduziert.

Globale Verkaufswelle spiegelt verändertes Risikoverhalten wider

Die aktuellen Druckfaktoren auf Gold sind Teil einer breiteren Verkaufswelle, die die globalen Märkte insgesamt erfasst. Verluste erstreckten sich auf regionale Aktien, Kryptowährungen und sogar einige defensive Anlagen, was auf eine umfassende Neugewichtung der Positionen in verschiedenen Anlageklassen hindeutet.

Diese Welle wird durch vielfältige Sorgen genährt, darunter die hohen Investitionskosten im KI-Sektor und die möglichen Auswirkungen auf Unternehmensgewinne und hohe Bewertungen. Investoren reduzieren ihre Exposure in verschiedenen Anlageklassen, einschließlich traditioneller sicherer Häfen wie Gold.

In solchen Umfeldern verliert Gold seine Rolle als sicherer Hafen, während die Priorität der Investoren auf Liquidität und Leverage-Reduktion liegt, selbst auf Kosten klassischer Absicherungsanlagen. Dieses Verhalten übt kurzfristigen Druck auf den Goldpreis aus.

Geringe Liquidität: Verstärker für Volatilität und starke Bewegungen

Marktanalysten weisen darauf hin, dass eine der Hauptursachen für die jüngsten Bewegungen im Goldmarkt die vergleichsweise schwache Liquidität ist. Experten der Reuters-Agentur erklärten, dass der Handel in einem Umfeld mit begrenzter Liquidität eine negative Rückkopplungsschleife erzeugt, bei der Verluste in einer Anlageklasse gleichzeitig Druck auf andere ausüben.

In solchen Situationen sind Preisbewegungen weniger eine Reflexion der tatsächlichen fairen Werte, sondern stärker durch Zwangsflüsse und das Schließen von Positionen getrieben. Das führt zu beschleunigten Gewinnmitnahmen und Stop-Loss-Aktivierungen, was die Abwärtsbewegungen auch ohne fundamentale Auslöser verschärft.

Eine Verbesserung der Liquidität wird entscheidend sein, um den Aufwärtstrend nachhaltig und stabil wiederherzustellen.

Kommende Wirtschaftsdaten könnten die Markterwartungen neu justieren

Die Analysten werden sich in den kommenden Wochen auf mehrere wichtige Wirtschaftsdaten konzentrieren, die die Goldprognosen neu formulieren könnten:

Entscheidungen der britischen Zentralbank: Die Märkte warten auf die Zinsentscheidung der Bank of England und den geldpolitischen Bericht. Hinweise auf größere Vorsicht oder eine mögliche Zinssenkung könnten Gold stützen, indem sie das Pfund schwächen und die Nachfrage nach Absicherung erhöhen.

US-Arbeitsmarktdaten: Die Arbeitslosenquote und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind wichtige Indikatoren für die Flexibilität des US-Arbeitsmarktes. Unerwartet hohe Werte könnten eine Abschwächung der Konjunktur signalisieren, den Dollar belasten und Gold begünstigen.

EZB-Entscheidungen: Ankündigungen der Europäischen Zentralbank zu Zinsen, Euro und Anleiherenditen könnten die Attraktivität von Gold als Absicherung beeinflussen.

Technische Analyse: Kritische Niveaus für Trader im Blick

Marktanalysten beobachten mehrere entscheidende technische Niveaus, um zu beurteilen, ob die aktuellen Korrekturen eine Kaufgelegenheit oder eine Fortsetzung des Abwärtstrends darstellen. Der Markt befindet sich derzeit zwischen Versuchen, den Aufwärtstrend wiederzubeleben, und anhaltendem Druck, Positionen neu zu justieren.

Kurzfristig bewegt sich Gold in einer Spanne um 4.950 bis 5.100 US-Dollar, die das frühere „Nackenlinie“ eines möglichen Abverkaufs und eine zentrale Konfliktzone darstellt. Ein nachhaltiger Bruch dieser Zone nach oben könnte den Weg zu 5.320 und später 5.450 US-Dollar ebnen.

Auf der Unterseite bleibt die Marke von 4.600 US-Dollar eine wichtige psychologische und technische Unterstützung. Das Niveau zwischen 4.400 und 4.300 US-Dollar bildet das aktuelle Tief und dient als Sicherheitspuffer für den langfristigen Trend.

Momentum-Indikatoren:

Der MACD zeigt eine allmähliche Verbesserung im Momentum, mit einem frühen positiven Schnitt, der auf eine selektive Rückkehr der Käufer hindeutet, aber noch einer Bestätigung durch tatsächliche Kursdurchbrüche bedarf.

Der RSI hat sich nach einem starken Rückgang bei etwa 48 stabilisiert, was auf eine Abkehr vom überkauften Zustand hindeutet und eine neutrale Zone signalisiert. Die nächste Bewegung hängt vom Durchbruch der Schlüsselmarken ab.

Prognosen der Investmentbanken: Erwartete Bewegungsbandbreite

Basierend auf den Analysen unabhängiger Analysten und regionaler Banken wird erwartet, dass Gold in den kommenden Wochen in einer relativ breiten Spanne zwischen 4.800 und 5.400 US-Dollar pro Unze schwankt, wobei die Richtung maßgeblich vom Dollartrend und den globalen geldpolitischen Entwicklungen abhängt.

Langfristig bleiben die Erwartungen der Analysten bei ambitionierten Zielen: 6.000 US-Dollar (Deutsche Bank), 6.100–6.200 US-Dollar (UBS) und 6.300 US-Dollar (JPMorgan).

Diese Unterscheidung zwischen kurzfristigen Rücksetzern und langfristigen Aufwärtsperspektiven spiegelt die Überzeugung wider, dass die aktuelle Phase eher eine temporäre Neubewertung innerhalb eines langfristigen Aufwärtstrends ist, nicht eine grundlegende Trendwende.

Fazit: Geduld und Vorsicht sind derzeit die Goldstrategie

Experten raten Investoren, Geduld zu bewahren und auf eine echte Stabilisierung über den Widerstandsniveaus zu warten, bevor sie auf einen nachhaltigen Aufwärtstrend setzen. Bei Unterschreiten der Unterstützungen könnten die Kurse weiter nach unten gedrückt werden.

Insgesamt sind sich Marktanalysten und Investmenthäuser einig, dass die institutionelle Sicht auf Gold im Jahr 2026 weiterhin positiv bleibt, vorausgesetzt, der Markt kann kurzfristige Schocks verkraften und ausreichend Liquidität wiederherstellen. Das bedeutet, dass die echten Investitionschancen wahrscheinlich bei niedrigeren Kursen liegen, solange der größere Aufwärtstrend intakt bleibt.

Original anzeigen
Diese Seite kann Inhalte Dritter enthalten, die ausschließlich zu Informationszwecken bereitgestellt werden (keine Zusicherungen oder Garantien), und sie sind nicht als Billigung der darin geäußerten Ansichten durch Gate oder als finanzielle bzw. fachliche Beratung zu verstehen. Weitere Informationen finden Sie im Haftungsausschluss.
  • Angebot
  • Kommentieren
  • Reposten
  • Teilen
Kommentieren
0/400
Keine Kommentare
  • Anheften

Handeln Sie jederzeit und überall mit Kryptowährungen
qrCode
Scannen, um die Gate App herunterzuladen
Community
Deutsch
  • 简体中文
  • English
  • Tiếng Việt
  • 繁體中文
  • Español
  • Русский язык
  • Français
  • Deutsch
  • Português (Portugal)
  • ภาษาไทย
  • Indonesia
  • 日本語
  • بالعربية
  • Українська
  • Português (Brasil)