Der Handel mit Futures und unbefristeten Kontrakten eröffnet erfahrenen Tradern die Möglichkeit, mit Hebel zu arbeiten und Risiken durch verschiedene Instrumente zu steuern. Wenn Sie gerade erst lernen, wie man Futures handelt, hilft Ihnen dieser Leitfaden, die grundlegenden Mechanismen zu verstehen – vom Eröffnen bis zum Schließen einer Position. Erfolgreicher Kontrakt-Handel erfordert das Verständnis mehrerer Schlüsselaspekte: die Wahl des richtigen Orders, das Management geliehener Mittel und die kontinuierliche Überwachung der Position.
Grundlagen des Positionsaufbaus in Kontrakt-Handelspaaren
Wenn Sie mit Futures beginnen, ist der erste Schritt die Wahl der Methode zum Eröffnen einer Position. Moderne Börsen bieten zwei Hauptsysteme für Orderplatzierungen. Das erste ist der schnelle Handel direkt über das Chart, bei dem Sie sofort eine Limit- oder Market-Order direkt aus dem Preischart platzieren können. Das zweite ist das erweiterte Order-Panel, in dem Sie alle Parameter entsprechend Ihrer Handelsstrategie einstellen können.
Bei der Vorbereitung eines Orders ist es wichtig, mehrere kritische Parameter konsequent auszufüllen. Beginnen Sie mit der Wahl des Margin-Modus (Cross-Margin oder Isolierter Margin), des Positionsmodus (Einseitig oder Hedging) und des Hebel-Levels. Standardmäßig nutzt das System Cross-Margin mit einem 10-fachen Hebel im Einseitigen Modus, diese Parameter können jedoch je nach Erfahrung und Strategie angepasst werden.
Margin-Modi, Positionen und Hebel beim Futures-Handel
Wahl des Margin-Modus
Der Margin-Modus bestimmt, wie die Margin-Anforderungen berechnet werden. Beim Cross-Margin können alle verfügbaren Mittel genutzt werden, um beliebige Positionen zu halten, was mehr Flexibilität bietet. Beim Isolierten Margin hat jede Position einen eigenen Margin-Pool, was das Risiko isoliert, aber aktives Management jeder einzelnen Position erfordert.
Der Margin-Modus kann während des Handels bei ausreichender Mittel vorhandenheit gewechselt werden. Das ist ein Vorteil moderner Plattformen – sie passen sich an Marktbedingungen und Ihre Handelsziele an.
Positionsmodi: Einseitig und Hedging
Im Einseitigen Modus können Sie nur eine Richtung halten. Wenn Sie eine Long-Position haben, wird jeder Verkaufsauftrag zunächst die bestehende Position schließen und dann eine neue Short-Position eröffnen. Das ist der einfachste Modus für Anfänger.
Der Hedging-Modus ist bei USDT-Kontrakten verfügbar und erlaubt es, gleichzeitig Long und Short auf demselben Paar zu halten. Das ist nützlich für komplexe Strategien, bei denen Schutz vor gegensätzlichen Kursbewegungen notwendig ist. Das Interface zeigt separate Tabs für das Eröffnen und Schließen von Positionen in jeder Richtung.
Wichtig: Im Isolierten Margin-Modus sind gehedgte Positionen unabhängig und werden separat liquidiert. Beim Cross-Margin versucht das System, den Margin-Status des gesamten Kontos zu erhalten, sodass gehedgte Positionen auf derselben Pair nicht gleichzeitig liquidiert werden.
Hebel und seine Auswirkungen auf Kapitalanforderungen
Der Hebel beeinflusst direkt die Anfangs- und Maintenance-Margin Ihrer Position. Je höher der Hebel, desto weniger Eigenkapital ist für die Eröffnung einer Position gleicher Größe notwendig, aber das Risiko der Liquidation steigt. Das maximal zulässige Hebel variiert je nach Risikoprofil – eine von der Börse festgelegte Grenze basierend auf Ihrem Trader-Profil.
Wenn Sie den Hebel ändern, berechnet das System die erforderliche Margin neu. Denken Sie daran: Den Hebel nur senken, wenn Sie ausreichend freie Mittel haben, und nur erhöhen, wenn dies nicht sofort zur Liquidation führt.
Order-Typen beim Futures-Handel
Die Wahl des richtigen Order-Typs ist entscheidend für die Umsetzung Ihrer Strategie. Eine Limit-Order wird zum festgelegten Preis oder besser ausgeführt, garantiert aber keine Ausführung. Eine Market-Order wird sofort zum aktuellen Marktpreis ausgeführt. Eine Bedingte Order wird bei Erreichen eines Trigger-Preises aktiviert und kann entweder eine Limit- oder Market-Order sein.
Zusätzliche Optionen umfassen Time-In-Force-Strategien: GTC (Order bleibt aktiv bis Storno), IOC (sofort ausführen oder stornieren) und FOK (vollständig ausführen oder stornieren). Jede hat einen bestimmten Zweck und erfordert Verständnis der Marktstruktur.
Preisberechnung und Trigger für Bedingte Orders
Verschiedene Order-Typen benötigen unterschiedliche Preisparameter. Bei Limit-Orders legen Sie den Zielpreis fest. Bei Bedingten Orders ist der Trigger-Preis entscheidend – die Preisgrenze, bei der die Order aktiviert wird. Hier entsteht oft Verwirrung zwischen dem letzten Handelspreis (LTP) und dem Mark-Preis (Mark Price).
Der Mark-Price ist ein globaler Index, der den realen Spot-Preis großer Börsen unter Berücksichtigung der Funding-Rate widerspiegelt. Er wird für die Berechnung unrealisierten Gewinns und Verlusts sowie als Trigger für Liquidationen genutzt. Der letzte Handelspreis kann auf weniger liquiden Börsen manipuliert werden, weshalb Trader oft Bedingte Orders auf Basis des Mark-Preises bevorzugen.
Verstehen Sie den Unterschied: Wenn eine Bedingte Order mit Trigger auf den Mark-Price gesetzt ist, kann sie ausgelöst werden, ohne dass der letzte Handelspreis den Zielwert erreicht hat. Das kann zu unerwarteten Ausführungen führen, wenn man die Mark-Price-Mechanik nicht berücksichtigt.
Bestimmung der Ordergröße und Kapitalmanagement
Nach der Wahl des Order-Typs müssen Sie die Größe festlegen. Börsen erlauben die Angabe auf verschiedene Weisen: in Kontrakten, in USDT (inklusive Gebühren für Eröffnung und Schließung) oder anhand der erforderlichen Margin bei gewähltem Hebel.
Das System konvertiert automatisch zwischen den Formaten und zeigt alle Varianten an. Das erleichtert die Planung, je nachdem, welche Berechnungsmethode Ihnen vertrauter ist – Volumen, Kapitaleinsatz oder Margin-Risiko.
Zielprofit und Schutz vor Verlusten einstellen
TP/SL (Take-Profit/Stop-Loss) ermöglicht es, Positionen automatisch bei Erreichen bestimmter Gewinn- oder Verlustniveaus zu schließen. Diese Funktion wird beim Platzieren des Eröffnungs-Orders eingestellt, und das System platziert nach Ausführung des Haupt-Orders automatisch beide Orders.
Wenn die Position bereits offen ist, können Sie TP/SL jederzeit im Positions-Tab ändern. Es gibt jedoch Einschränkungen: Der Stop-Loss kann nicht garantieren, dass die Position nicht vor Erreichen des SL geschlossen wird, z.B. bei Liquidation durch Margin-Mangel. Das passiert, wenn die Position unabhängig von den Schutz-Orders zwangsweise geschlossen wird.
Erweiterte Order-Optionen für erfahrene Trader
Neben den Grundparametern bieten moderne Plattformen fortgeschrittene Optionen. Die Post-Only-Option stellt sicher, dass eine Limit-Order nicht als Taker (Market) ausgeführt wird, sondern nur Liquidität im Orderbuch hinzufügt – das reduziert Gebühren.
Reduce-Only verhindert das Eröffnen neuer Positionen in entgegengesetzter Richtung und sorgt dafür, dass die Order nur bestehende Positionen schließt oder teilweise reduziert. Im Hedging-Modus gibt es eine ähnliche Funktion: Close-On-Trigger, das bei Auslösung des Bedingungs-Orders die Position schließt.
Margin-Management bei offenen Positionen
Im Isolierten Margin-Modus können Sie nach Positionseröffnung die Parameter anpassen. Sie können zusätzliche Margin hinzufügen, um die Wahrscheinlichkeit einer Liquidation zu verringern, oder Margin reduzieren, um Mittel freizusetzen.
Das Hinzufügen von Margin beeinflusst nicht den ursprünglich gewählten Hebel, sondern ändert die Liquidationspreisberechnung. Beim Margin-Zufügen sind drei Szenarien zu beachten:
Szenario Hebeländerung: Nach Margin-Zuführung können Sie den Hebel ändern. Das System berechnet die Anfangsmargin neu und storniert die zusätzlichen Mittel. Sie können nur den Hebel senken, wenn Sie freie Mittel haben, oder ihn erhöhen, sofern das keine sofortige Liquidation auslöst.
Szenario Positionszuwachs: Wenn Sie nach Margin-Zuführung eine zusätzliche Position in die gleiche Richtung eröffnen, wird die Margin auf beide Positionen verteilt, was die Liquidationspreis-Formel beeinflusst. Beispiel: 1000 USDT Margin bei 1 BTC bei $10.000 senkt die Liquidationspreis. Bei Eröffnung einer zweiten 1 BTC-Position wird die Margin halbiert, was den Liquidationspreis wieder anhebt.
Szenario Teil-Positionen schließen: Wenn Sie einen Teil der Position schließen, sinkt die Margin entsprechend. Die Liquidationspreis bleibt jedoch gleich, da die Margin gleichmäßig verteilt wird.
Überwachung des Mark-Preises bei Kontrakthandel
Der Mark-Price ist ein zentraler Indikator für Derivate-Trader. Er wird als globaler Index der Spot-Preise großer Börsen unter Berücksichtigung der Funding-Rate berechnet. Er dient zur Berechnung unrealisierten P&L und als Liquidationstrigger.
Auf Charts können Sie zwischen dem Chart des letzten Trades und dem Mark-Price wechseln, um die faire Bewertung zu sehen. Im Orderbuch ist der Mark-Price oft farblich hervorgehoben (häufig gelb). Im Chart wird er als separate Linie angezeigt, die seine Entwicklung zeigt.
Zur genaueren Überwachung kann der Mark-Price-Filter aktiviert werden, um nur relevante Informationen anzuzeigen und Verwirrung bei mehreren Positionen zu vermeiden.
Stornierung aktiver Orders
Solange eine Order nicht ausgeführt ist, kann sie jederzeit storniert werden. Gehen Sie dazu in die Tabelle der aktuellen Orders im Positions-Tab und klicken Sie auf Stornieren neben der jeweiligen Order. Bei teilweiser Ausführung wird nur der noch offene Anteil storniert.
Market-Orders können nicht storniert werden, da sie sofort ausgeführt werden. Limit- und Bedingte Orders bleiben jedoch aktiv, bis sie storniert oder ausgelöst werden.
Methoden zum Schließen einer Position
Wenn Sie Ihre Futures-Position schließen möchten, haben Sie mehrere Möglichkeiten. Die direkteste ist das Klicken auf „Schließen“ per Limit oder Market, was sofort eine entgegengesetzte Order in der gewünschten Größe platziert.
Alternativ können Sie manuell eine neue Order platzieren: Im Einseitigen Modus öffnen Sie eine Order in die entgegengesetzte Richtung mit derselben Größe. Bei einer Long-Position auf 1 BTC eröffnen Sie eine Short-Order auf 1 BTC, wodurch die Position nach Ausführung geschlossen ist. Um sicherzugehen, dass keine neue Position entsteht, verwenden Sie die Reduce-Only-Option.
Im Hedging-Modus öffnen Sie den Tab „Schließen“ und wählen die Richtung, die Sie liquidieren möchten. Das System erlaubt das unabhängige Schließen beider Positionen, was eine flexible Steuerung ermöglicht.
Das Schließen kann auch partiell erfolgen. Sie können immer einen Teil der Position schließen, um Gewinne schrittweise zu realisieren oder Strategien neu auszurichten.
Praktische Tipps für erfolgreiches Futures-Trading
Beim Futures-Handel sollten Sie einige Grundregeln beachten. Erstens: Beginnen Sie mit niedrigem Hebel – 2-5x sind für Einsteiger ausreichend zum Lernen. Zweitens: Setzen Sie immer einen Stop-Loss, auch wenn Sie von Ihrer Analyse überzeugt sind – Liquidationen können schneller passieren, als Sie denken.
Drittens: Überwachen Sie regelmäßig den Mark-Price und Ihre Margin-Anforderungen. Die Position kann sich der Liquidation nähern, ohne dass Sie es bemerken, besonders bei geringer Liquidität im Orderbuch. Viertens: Testen Sie neue Strategien zunächst auf Demokonten oder mit minimalen Volumina, bevor Sie skalieren.
Und schließlich: Denken Sie daran, dass Futures-Handel ein erhöhtes Risiko des Kapitalverlusts birgt, vor allem durch den Einsatz von Hebeln. Es wird empfohlen, nur 1-2% Ihres Portfolios pro Trade zu riskieren und niemals das volle verfügbare Hebel zu verwenden. Gutes Risikomanagement ist die Grundlage für langfristigen Erfolg beim Kontrakt-Handel.
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Vollständiger Leitfaden: Wie man Futures und unbefristete Verträge handelt
Der Handel mit Futures und unbefristeten Kontrakten eröffnet erfahrenen Tradern die Möglichkeit, mit Hebel zu arbeiten und Risiken durch verschiedene Instrumente zu steuern. Wenn Sie gerade erst lernen, wie man Futures handelt, hilft Ihnen dieser Leitfaden, die grundlegenden Mechanismen zu verstehen – vom Eröffnen bis zum Schließen einer Position. Erfolgreicher Kontrakt-Handel erfordert das Verständnis mehrerer Schlüsselaspekte: die Wahl des richtigen Orders, das Management geliehener Mittel und die kontinuierliche Überwachung der Position.
Grundlagen des Positionsaufbaus in Kontrakt-Handelspaaren
Wenn Sie mit Futures beginnen, ist der erste Schritt die Wahl der Methode zum Eröffnen einer Position. Moderne Börsen bieten zwei Hauptsysteme für Orderplatzierungen. Das erste ist der schnelle Handel direkt über das Chart, bei dem Sie sofort eine Limit- oder Market-Order direkt aus dem Preischart platzieren können. Das zweite ist das erweiterte Order-Panel, in dem Sie alle Parameter entsprechend Ihrer Handelsstrategie einstellen können.
Bei der Vorbereitung eines Orders ist es wichtig, mehrere kritische Parameter konsequent auszufüllen. Beginnen Sie mit der Wahl des Margin-Modus (Cross-Margin oder Isolierter Margin), des Positionsmodus (Einseitig oder Hedging) und des Hebel-Levels. Standardmäßig nutzt das System Cross-Margin mit einem 10-fachen Hebel im Einseitigen Modus, diese Parameter können jedoch je nach Erfahrung und Strategie angepasst werden.
Margin-Modi, Positionen und Hebel beim Futures-Handel
Wahl des Margin-Modus
Der Margin-Modus bestimmt, wie die Margin-Anforderungen berechnet werden. Beim Cross-Margin können alle verfügbaren Mittel genutzt werden, um beliebige Positionen zu halten, was mehr Flexibilität bietet. Beim Isolierten Margin hat jede Position einen eigenen Margin-Pool, was das Risiko isoliert, aber aktives Management jeder einzelnen Position erfordert.
Der Margin-Modus kann während des Handels bei ausreichender Mittel vorhandenheit gewechselt werden. Das ist ein Vorteil moderner Plattformen – sie passen sich an Marktbedingungen und Ihre Handelsziele an.
Positionsmodi: Einseitig und Hedging
Im Einseitigen Modus können Sie nur eine Richtung halten. Wenn Sie eine Long-Position haben, wird jeder Verkaufsauftrag zunächst die bestehende Position schließen und dann eine neue Short-Position eröffnen. Das ist der einfachste Modus für Anfänger.
Der Hedging-Modus ist bei USDT-Kontrakten verfügbar und erlaubt es, gleichzeitig Long und Short auf demselben Paar zu halten. Das ist nützlich für komplexe Strategien, bei denen Schutz vor gegensätzlichen Kursbewegungen notwendig ist. Das Interface zeigt separate Tabs für das Eröffnen und Schließen von Positionen in jeder Richtung.
Wichtig: Im Isolierten Margin-Modus sind gehedgte Positionen unabhängig und werden separat liquidiert. Beim Cross-Margin versucht das System, den Margin-Status des gesamten Kontos zu erhalten, sodass gehedgte Positionen auf derselben Pair nicht gleichzeitig liquidiert werden.
Hebel und seine Auswirkungen auf Kapitalanforderungen
Der Hebel beeinflusst direkt die Anfangs- und Maintenance-Margin Ihrer Position. Je höher der Hebel, desto weniger Eigenkapital ist für die Eröffnung einer Position gleicher Größe notwendig, aber das Risiko der Liquidation steigt. Das maximal zulässige Hebel variiert je nach Risikoprofil – eine von der Börse festgelegte Grenze basierend auf Ihrem Trader-Profil.
Wenn Sie den Hebel ändern, berechnet das System die erforderliche Margin neu. Denken Sie daran: Den Hebel nur senken, wenn Sie ausreichend freie Mittel haben, und nur erhöhen, wenn dies nicht sofort zur Liquidation führt.
Order-Typen beim Futures-Handel
Die Wahl des richtigen Order-Typs ist entscheidend für die Umsetzung Ihrer Strategie. Eine Limit-Order wird zum festgelegten Preis oder besser ausgeführt, garantiert aber keine Ausführung. Eine Market-Order wird sofort zum aktuellen Marktpreis ausgeführt. Eine Bedingte Order wird bei Erreichen eines Trigger-Preises aktiviert und kann entweder eine Limit- oder Market-Order sein.
Zusätzliche Optionen umfassen Time-In-Force-Strategien: GTC (Order bleibt aktiv bis Storno), IOC (sofort ausführen oder stornieren) und FOK (vollständig ausführen oder stornieren). Jede hat einen bestimmten Zweck und erfordert Verständnis der Marktstruktur.
Preisberechnung und Trigger für Bedingte Orders
Verschiedene Order-Typen benötigen unterschiedliche Preisparameter. Bei Limit-Orders legen Sie den Zielpreis fest. Bei Bedingten Orders ist der Trigger-Preis entscheidend – die Preisgrenze, bei der die Order aktiviert wird. Hier entsteht oft Verwirrung zwischen dem letzten Handelspreis (LTP) und dem Mark-Preis (Mark Price).
Der Mark-Price ist ein globaler Index, der den realen Spot-Preis großer Börsen unter Berücksichtigung der Funding-Rate widerspiegelt. Er wird für die Berechnung unrealisierten Gewinns und Verlusts sowie als Trigger für Liquidationen genutzt. Der letzte Handelspreis kann auf weniger liquiden Börsen manipuliert werden, weshalb Trader oft Bedingte Orders auf Basis des Mark-Preises bevorzugen.
Verstehen Sie den Unterschied: Wenn eine Bedingte Order mit Trigger auf den Mark-Price gesetzt ist, kann sie ausgelöst werden, ohne dass der letzte Handelspreis den Zielwert erreicht hat. Das kann zu unerwarteten Ausführungen führen, wenn man die Mark-Price-Mechanik nicht berücksichtigt.
Bestimmung der Ordergröße und Kapitalmanagement
Nach der Wahl des Order-Typs müssen Sie die Größe festlegen. Börsen erlauben die Angabe auf verschiedene Weisen: in Kontrakten, in USDT (inklusive Gebühren für Eröffnung und Schließung) oder anhand der erforderlichen Margin bei gewähltem Hebel.
Das System konvertiert automatisch zwischen den Formaten und zeigt alle Varianten an. Das erleichtert die Planung, je nachdem, welche Berechnungsmethode Ihnen vertrauter ist – Volumen, Kapitaleinsatz oder Margin-Risiko.
Zielprofit und Schutz vor Verlusten einstellen
TP/SL (Take-Profit/Stop-Loss) ermöglicht es, Positionen automatisch bei Erreichen bestimmter Gewinn- oder Verlustniveaus zu schließen. Diese Funktion wird beim Platzieren des Eröffnungs-Orders eingestellt, und das System platziert nach Ausführung des Haupt-Orders automatisch beide Orders.
Wenn die Position bereits offen ist, können Sie TP/SL jederzeit im Positions-Tab ändern. Es gibt jedoch Einschränkungen: Der Stop-Loss kann nicht garantieren, dass die Position nicht vor Erreichen des SL geschlossen wird, z.B. bei Liquidation durch Margin-Mangel. Das passiert, wenn die Position unabhängig von den Schutz-Orders zwangsweise geschlossen wird.
Erweiterte Order-Optionen für erfahrene Trader
Neben den Grundparametern bieten moderne Plattformen fortgeschrittene Optionen. Die Post-Only-Option stellt sicher, dass eine Limit-Order nicht als Taker (Market) ausgeführt wird, sondern nur Liquidität im Orderbuch hinzufügt – das reduziert Gebühren.
Reduce-Only verhindert das Eröffnen neuer Positionen in entgegengesetzter Richtung und sorgt dafür, dass die Order nur bestehende Positionen schließt oder teilweise reduziert. Im Hedging-Modus gibt es eine ähnliche Funktion: Close-On-Trigger, das bei Auslösung des Bedingungs-Orders die Position schließt.
Margin-Management bei offenen Positionen
Im Isolierten Margin-Modus können Sie nach Positionseröffnung die Parameter anpassen. Sie können zusätzliche Margin hinzufügen, um die Wahrscheinlichkeit einer Liquidation zu verringern, oder Margin reduzieren, um Mittel freizusetzen.
Das Hinzufügen von Margin beeinflusst nicht den ursprünglich gewählten Hebel, sondern ändert die Liquidationspreisberechnung. Beim Margin-Zufügen sind drei Szenarien zu beachten:
Szenario Hebeländerung: Nach Margin-Zuführung können Sie den Hebel ändern. Das System berechnet die Anfangsmargin neu und storniert die zusätzlichen Mittel. Sie können nur den Hebel senken, wenn Sie freie Mittel haben, oder ihn erhöhen, sofern das keine sofortige Liquidation auslöst.
Szenario Positionszuwachs: Wenn Sie nach Margin-Zuführung eine zusätzliche Position in die gleiche Richtung eröffnen, wird die Margin auf beide Positionen verteilt, was die Liquidationspreis-Formel beeinflusst. Beispiel: 1000 USDT Margin bei 1 BTC bei $10.000 senkt die Liquidationspreis. Bei Eröffnung einer zweiten 1 BTC-Position wird die Margin halbiert, was den Liquidationspreis wieder anhebt.
Szenario Teil-Positionen schließen: Wenn Sie einen Teil der Position schließen, sinkt die Margin entsprechend. Die Liquidationspreis bleibt jedoch gleich, da die Margin gleichmäßig verteilt wird.
Überwachung des Mark-Preises bei Kontrakthandel
Der Mark-Price ist ein zentraler Indikator für Derivate-Trader. Er wird als globaler Index der Spot-Preise großer Börsen unter Berücksichtigung der Funding-Rate berechnet. Er dient zur Berechnung unrealisierten P&L und als Liquidationstrigger.
Auf Charts können Sie zwischen dem Chart des letzten Trades und dem Mark-Price wechseln, um die faire Bewertung zu sehen. Im Orderbuch ist der Mark-Price oft farblich hervorgehoben (häufig gelb). Im Chart wird er als separate Linie angezeigt, die seine Entwicklung zeigt.
Zur genaueren Überwachung kann der Mark-Price-Filter aktiviert werden, um nur relevante Informationen anzuzeigen und Verwirrung bei mehreren Positionen zu vermeiden.
Stornierung aktiver Orders
Solange eine Order nicht ausgeführt ist, kann sie jederzeit storniert werden. Gehen Sie dazu in die Tabelle der aktuellen Orders im Positions-Tab und klicken Sie auf Stornieren neben der jeweiligen Order. Bei teilweiser Ausführung wird nur der noch offene Anteil storniert.
Market-Orders können nicht storniert werden, da sie sofort ausgeführt werden. Limit- und Bedingte Orders bleiben jedoch aktiv, bis sie storniert oder ausgelöst werden.
Methoden zum Schließen einer Position
Wenn Sie Ihre Futures-Position schließen möchten, haben Sie mehrere Möglichkeiten. Die direkteste ist das Klicken auf „Schließen“ per Limit oder Market, was sofort eine entgegengesetzte Order in der gewünschten Größe platziert.
Alternativ können Sie manuell eine neue Order platzieren: Im Einseitigen Modus öffnen Sie eine Order in die entgegengesetzte Richtung mit derselben Größe. Bei einer Long-Position auf 1 BTC eröffnen Sie eine Short-Order auf 1 BTC, wodurch die Position nach Ausführung geschlossen ist. Um sicherzugehen, dass keine neue Position entsteht, verwenden Sie die Reduce-Only-Option.
Im Hedging-Modus öffnen Sie den Tab „Schließen“ und wählen die Richtung, die Sie liquidieren möchten. Das System erlaubt das unabhängige Schließen beider Positionen, was eine flexible Steuerung ermöglicht.
Das Schließen kann auch partiell erfolgen. Sie können immer einen Teil der Position schließen, um Gewinne schrittweise zu realisieren oder Strategien neu auszurichten.
Praktische Tipps für erfolgreiches Futures-Trading
Beim Futures-Handel sollten Sie einige Grundregeln beachten. Erstens: Beginnen Sie mit niedrigem Hebel – 2-5x sind für Einsteiger ausreichend zum Lernen. Zweitens: Setzen Sie immer einen Stop-Loss, auch wenn Sie von Ihrer Analyse überzeugt sind – Liquidationen können schneller passieren, als Sie denken.
Drittens: Überwachen Sie regelmäßig den Mark-Price und Ihre Margin-Anforderungen. Die Position kann sich der Liquidation nähern, ohne dass Sie es bemerken, besonders bei geringer Liquidität im Orderbuch. Viertens: Testen Sie neue Strategien zunächst auf Demokonten oder mit minimalen Volumina, bevor Sie skalieren.
Und schließlich: Denken Sie daran, dass Futures-Handel ein erhöhtes Risiko des Kapitalverlusts birgt, vor allem durch den Einsatz von Hebeln. Es wird empfohlen, nur 1-2% Ihres Portfolios pro Trade zu riskieren und niemals das volle verfügbare Hebel zu verwenden. Gutes Risikomanagement ist die Grundlage für langfristigen Erfolg beim Kontrakt-Handel.