Verstehen der Volatilitätsverzerrung: Ein praktischer Leitfaden für Optionshändler

Volatilitäts-Skew ist ein entscheidendes Konzept für jeden, der Optionen handelt, da es offenbart, wie der Markt unterschiedliche Kursbewegungen eines Basiswerts wahrnimmt. Durch die Analyse von Mustern im Volatilitäts-Skew können Händler erkennen, welche Optionen im Vergleich zu den Markterwartungen über- oder unterbewertet sind, und dadurch fundiertere Handelsstrategien entwickeln.

Im Kern spiegelt der Volatilitäts-Skew die Beziehung zwischen der impliziten Volatilität (IV) und verschiedenen Strike-Preisen wider. Anstatt dass alle Optionen die gleiche IV aufweisen, unabhängig vom Strike, weisen Marktteilnehmer unterschiedlichen IV-Wert für Call- und Put-Optionen auf verschiedenen Strike-Niveaus zu—sowohl bei-als auch aus-dem-Geld (ATM, ITM, OTM). Wenn man diese IV-Werte über verschiedene Strike-Preise aufträgt, entsteht eine Kurve, die die Richtungstendenz des Marktes offenbart. Ist diese Kurve symmetrisch, spricht man von einem Volatilitäts-Lächeln; ist sie asymmetrisch, nennt man sie ein Volatilitäts-Smirk. Die Steilheit dieser Kurve—wir nennen sie Skewness—zeigt, wie stark der Markt eine Kursbewegung in eine bestimmte Richtung erwartet.

Arten von Volatilitäts-Skew-Mustern

Das Verständnis der beiden primären Dimensionen des Volatilitäts-Skews ist essenziell für einen effektiven Optionshandel. Händler können den Skew anhand des Ablaufdatums oder der Richtung des Skews selbst kategorisieren.

Horizontale und Vertikale Dimensionen

Horizontale Volatilitäts-Skew vergleicht die IV desselben Strike-Preises bei unterschiedlichen Verfallsdaten. Dies hilft Händlern zu verstehen, wie sich die Marktstimmung über verschiedene Zeiträume verändert. Vertikale Volatilitäts-Skew untersucht IV-Unterschiede zwischen verschiedenen Strike-Preisen bei gleichem Verfallsdatum—hier ergeben sich die meisten Handelsmöglichkeiten.

Die aktivsten Händler priorisieren meist die vertikale gegenüber der horizontalen Skew, da vertikale Muster direkt die Rentabilität einzelner Handelsstrukturen beeinflussen. Durch die Identifikation, wie sich IV über die Strikes hinweg verändert, können Händler die relative Fehlbewertung von Optionen auf verschiedenen Niveaus ausnutzen, was besonders beim Spread-Handel nützlich ist.

Forward- und Reverse-Volatilitäts-Skew

Die Richtung des Skews liefert wichtige Hinweise auf die Marktstimmung und Erwartungen.

Forward-Skew (auch Call-Skew genannt) tritt auf, wenn Optionen mit höheren Strike-Preisen eine höhere implizite Volatilität aufweisen als solche mit niedrigeren Strikes. Dieses Muster deutet auf eine bullische Marktstimmung hin—Händler sind bereit, mehr für Aufwärtsabsicherung zu zahlen, was Erwartungen widerspiegelt, dass der Basiswert steigen wird. Bei Forward-Skew tragen Call-Optionen höhere Prämien.

Reverse-Skew (auch Put-Skew genannt) tritt auf, wenn niedrigere Strike-Preise eine höhere IV aufweisen als höhere Strikes. Dieses Muster deutet auf eine bärische oder defensive Marktpositionierung hin, da Händler bereit sind, höhere Prämien für Abwärtsabsicherung zu zahlen. Put-Optionen werden im Vergleich zu Calls relativ teuer. Reverse-Skew ist besonders in Märkten üblich, in denen Leerverkäufe eingeschränkt sind oder hohe Leerverkaufskosten bestehen, da Marktteilnehmer Optionen vor allem als Absicherungsinstrumente gegen Long-Positionen nutzen, anstatt auf steigende Kurse zu spekulieren.

Marktinterpretation durch den Volatilitäts-Skew

Durch die Betrachtung der Form und Steigung Ihrer Skew-Kurve können Sie schnell erkennen, ob der Markt eine Forward- oder Reverse-Skew zeigt, und das Ausmaß des Skews messen. Diese Informationen beeinflussen direkt Ihre Handelsentscheidungen—insbesondere bei der Auswahl der Strike-Preise, die Sie kaufen oder verkaufen.

Die spezifische Form des Volatilitäts-Lächelns zeigt Ihnen, welche Strike-Preise ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Wenn der Forward-Skew ausgeprägt ist, deutet dies auf eine starke bullische Tendenz hin, wodurch höherpreisige Call-Optionen relativ teuer werden. Umgekehrt zeigt ein steiler Reverse-Skew erheblichen bärischen Druck und teure Put-Optionen bei niedrigeren Strikes.

Praktische Anwendung im Optionshandel

Ihre Analyse des Volatilitäts-Skews sollte Ihre Wahl der Handelsstrategien und Strike-Preise lenken.

In bullischen Marktphasen sind Bull-Call-Spreads die klassische Wahl—Sie kaufen einen bei-oder leicht aus-dem-Geld liegenden Call und verkaufen einen weiter aus-dem-Geld liegenden Call. Wenn der Forward-Skew jedoch mild oder flach ist, werden Bull-Put-Spreads oft attraktiver, da sie kostengünstiger sind. Bei einem Bull-Put-Spread verkaufen Sie einen Put bei niedrigerem Strike und kaufen einen Put bei noch niedrigerem Strike, sammeln Prämien und begrenzen das Risiko.

Ähnlich hilft die Skew-Analyse, Spread-Strategien wie Bear-Call-Spreads und Bear-Put-Spreads zu optimieren. Indem Sie erkennen, welche Strikes aufgrund des Skew-Effekts überhöhte Prämien aufweisen, können Sie Spreads strukturieren, die diese Fehlbewertungen ausnutzen und gleichzeitig ein günstiges Risiko-Ertrags-Verhältnis bieten.

Der Schlüssel liegt darin, den Volatilitäts-Skew nicht nur als statisches Indikator zu sehen, sondern als ein dynamisches Werkzeug, das sich mit den Marktbedingungen und der Stimmung verändert. Indem Sie Veränderungen im Skew-Muster im Zeitverlauf beobachten, entwickeln Sie ein Gespür dafür, Handelssetups zu identifizieren, bei denen der Markt überreagiert oder bestimmte Optionen im Vergleich zu den zugrunde liegenden Fundamentaldaten falsch bewertet.

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