Wann kaufen Amerikaner neue Autos? Die tatsächlichen Kosten des Fahrzeugwechsels

Wie oft kaufen Menschen neue Autos? Die Antwort könnte Sie überraschen. Während Autohändler ständig die neuesten Modelle bewerben und Showrooms glänzende Neuwagen präsentieren, erzählt die Realität des amerikanischen Autobesitzes eine ganz andere Geschichte. Die meisten Fahrer behalten ihre Fahrzeuge deutlich länger, als man vermuten würde, doch die Entscheidung, sie zu ersetzen, ist von komplexen finanziellen Überlegungen und sich wandelnden Markttrends geprägt.

Wie lange Amerikaner ihre Autos tatsächlich behalten

Laut einer Studie von The Zebra, einer führenden Vergleichsplattform für Versicherungen, besitzt der durchschnittliche Amerikaner sein am längsten gehaltenes Fahrzeug etwa acht Jahre. Diese Zahl spiegelt jedoch nur die persönliche Besitzdauer wider. Wenn man bedenkt, dass viele Fahrzeuge gebraucht gekauft werden, liegt das tatsächliche Durchschnittsalter der auf amerikanischen Straßen fahrenden Autos und leichten Nutzfahrzeuge derzeit bei 12,5 Jahren – eine Kennzahl, die von S&P Global Mobility, dem Branchenstandard für Fahrzeuganalysen, verfolgt wird.

Dieser Trend zeigt keine Anzeichen einer Umkehr. In den letzten zwei Jahrzehnten ist das durchschnittliche Fahrzeugalter stetig gestiegen. Vor zwanzig Jahren, Mitte der 2000er, war das typische Auto auf US-Straßen nur 9,7 Jahre alt. Das heutige Durchschnittsalter von 12,5 Jahren bedeutet mehr als drei Jahre zusätzliche Langlebigkeit und spiegelt sowohl veränderte Verbraucherpräferenzen als auch die Weiterentwicklung der Fahrzeugtechnologie wider.

Der zunehmende Trend zu häufigeren Fahrzeugwechseln

Trotz dieser langen Besitzzeiten zeichnet sich bei amerikanischen Fahrern ein gegensätzlicher Trend ab. Die Analyse von The Zebra zeigt, dass fast zwei Drittel der Amerikaner ihre Fahrzeuge heute innerhalb von fünf Jahren oder weniger ersetzen. Dieser scheinbare Widerspruch spiegelt die Vielfalt des Verbraucherverhaltens wider – während einige Fahrer Fahrzeuge über mehr als ein Jahrzehnt behalten, wechseln andere deutlich häufiger.

Marktkräfte prägen diese Muster weiterhin. Wirtschaftliche Gegenwinde haben den Absatz neuer Fahrzeuge historisch eingeschränkt, doch Branchenanalysten bei S&P Global Mobility deuten darauf hin, dass sich die wirtschaftlichen Bedingungen verbessern könnten und dies die Dynamik verändern könnte. Zudem beeinflussen Lieferkettenprobleme von 2020 bis 2022 weiterhin die Verfügbarkeit von Gebrauchtwagen, wobei Cox Automotive für 2024 ein Wachstum im Gebrauchtwagenmarkt von weniger als einem Prozent prognostiziert, da die Lagerbestände weiterhin knapp bleiben.

Kaufkosten: Neue vs. Gebrauchtwagen

Die finanzielle Belastung beim Autokauf bleibt erheblich. In den letzten Monate des Jahres 2023 lag der durchschnittliche Kaufpreis für ein neues Auto bei 48.247 US-Dollar – eine Zahl, die zwar um 1,5 % niedriger ist als im Vorjahr, aber immer noch deutlich über den Werten vor der Pandemie liegt. Vor 2020 wurden neue Fahrzeuge im Durchschnitt meist für weniger als 40.000 US-Dollar verkauft. Selbst bei Berücksichtigung erschwinglicherer Fahrzeugsegmente lag der Durchschnittspreis für Nicht-Luxusautos im selben Zeitraum bei 44.417 US-Dollar, so die Preisdaten von Kelly Blue Book.

Der Gebrauchtwagenmarkt bietet einen zugänglicheren Einstieg, mit durchschnittlichen Preisen um 26.091 US-Dollar Ende 2023 – etwa 1.000 US-Dollar weniger als im Vorjahr. Allerdings bedeutet die eingeschränkte Produktion während der Pandemiejahre, dass die Gebrauchtwagenbestände wahrscheinlich weiterhin knapp bleiben, was die Preise auf einem höheren Niveau als historische Normen halten könnte.

Warum ältere Autos eine klügere Wahl sein könnten

Bevor Sie sich entscheiden, Ihr Fahrzeug zu ersetzen, sollten Sie die Mathematik des Autobesitzes bedenken. Unter normalen Fahrbedingungen kann der durchschnittliche Amerikaner ein konventionelles Auto etwa 14 Jahre lang fahren. Elektrofahrzeuge zeigen sogar noch größere Langlebigkeits-Potenziale, mit typischen Lebensdauern von 21 Jahren oder mehr, bevor größere Bauteile ausfallen.

Diese verlängerte Betriebsdauer schafft ein überzeugendes finanzielles Argument. Während ältere Fahrzeuge in der Regel höhere Wartungskosten verursachen als neuere Modelle, bleiben diese Kosten oft deutlich niedriger als die Raten für ein neues Auto oder der Kaufpreis. Wenn die Wartungskosten bei einem sieben- oder acht Jahre alten Fahrzeug steigen, finden viele Besitzer es wirtschaftlicher, die Reparaturen fortzusetzen, anstatt eine Ersatzbeschaffung zu finanzieren.

Die Entscheidung für den Kauf eines neuen Autos hängt letztlich davon ab, mehrere konkurrierende Faktoren abzuwägen. Lieferengpässe, die zuvor die Verfügbarkeit von Fahrzeugen einschränkten, beginnen sich zu entspannen. Zinssätze und Fahrzeugpreise beeinflussen weiterhin die Kaufkraft. Viele amerikanische Haushalte besitzen bereits relativ neue Fahrzeuge mit erheblichem Restnutzungsdauer – Situationen, in denen das Behalten des aktuellen Fahrzeugs anstelle eines Austauschs die finanziell klügere Wahl ist.

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