Verstehen der durchschnittlichen Rendite von Investmentfonds

Für die meisten Menschen, die ihr Portfolio wachsen lassen möchten, ohne unzählige Stunden in die Recherche einzelner Aktien zu investieren, bieten Investmentfonds einen pragmatischen Weg. Aber welche Renditen sollten Anleger tatsächlich erwarten? Dieser Leitfaden untersucht Leistungskennzahlen von Investmentfonds, historische Benchmark-Daten und wie realistische Renditen im Vergleich zu anderen Anlagemöglichkeiten abschneiden.

Was sind Investmentfonds und wie erzielen sie Renditen?

Ein Investmentfonds sammelt Geld von mehreren Anlegern und setzt dieses Kapital in ein diversifiziertes Portfolio aus Aktien, Anleihen oder anderen Wertpapieren um. Professionelle Fondsmanager treffen die Anlageentscheidungen, mit dem Ziel, Ihr Kapital durch Dividenden, Kurssteigerungen oder eine Erhöhung des Nettoinventarwerts des Fonds zu vermehren.

Der Hauptreiz liegt in der Einfachheit – Sie erhalten durch eine einzige Anlage Zugang zu zahlreichen Vermögenswerten. Große Vermögensverwalter wie Fidelity Investments und Vanguard betreiben den Großteil der Fonds auf dem Markt. Anleger sollten jedoch verstehen, dass vergangene Performance keine Garantie für zukünftige Ergebnisse ist und Investmentfonds das Risiko eines teilweisen oder vollständigen Kapitalverlusts bergen.

Historische Performance: Was die durchschnittliche Rendite von Investmentfonds offenbart

Die Realität der Performance von Investmentfonds ist ernüchternd. Der S&P 500 hat in seiner 65-jährigen Geschichte durchschnittlich etwa 10,70 % jährlich erzielt. Doch die durchschnittlichen Investmentfonds haben es oft schwer, mit diesem Standard mitzuhalten.

Aktuelle Analysen zeigen, dass etwa 79 % der Investmentfonds in einem bestimmten Jahr den S&P 500 unterperformten, und diese Unterperformance-Lücke hat sich im vergangenen Jahrzehnt auf 86 % ausgeweitet. Dieses Muster besteht, weil Fonds Betriebskosten – Managementgebühren, Handelskosten und Verwaltungskosten – die Bruttorenditen schmälern. Diese Kosten sind im sogenannten Expense Ratio zusammengefasst, das Anleger unabhängig von der Fondsperformance zahlen.

Die Renditeabweichungen sind erheblich. Da verschiedene Fonds unterschiedliche Sektoren, Unternehmensgrößen und Anlageklassen ansprechen, kann die Performance stark variieren. Fonds im Energiesektor haben in den letzten Jahren außergewöhnlich gut abgeschnitten, während Fonds ohne Energieexposure entsprechend hinterherhinkten.

Die 10-Jahres- und 20-Jahres-Durchschnittsrendite von Investmentfonds

In den letzten 10 Jahren erzielten Top-Performing Large-Cap-Aktienfonds Renditen von bis zu 17 %. Die durchschnittliche annualisierte Rendite lag jedoch bei etwa 14,70 %, was höher als der historische Durchschnitt ist und teilweise auf einen längeren Bullenmarktzyklus zurückzuführen ist.

Betrachtet man den längeren Zeitraum von 20 Jahren, zeigen sich andere Dynamiken. Hochperformende Large-Cap-Fonds erreichten Renditen von bis zu 12,86 %, während der S&P 500 seit den frühen 2000er Jahren jährlich 8,13 % erwirtschaftete. Das deutet darauf hin, dass viele Fonds den Marktbenchmarks über längere Zeiträume zwar oft nicht übertreffen, einige es jedoch schaffen, diese zu übertreffen – auch wenn die Konstanz dabei oft fehlt.

Beispiele für konkrete Fonds: Der Shelton Capital Nasdaq-100 Index Direct erzielte über 20 Jahre 13,16 %, während der Fidelity Growth Company Fonds 12,86 % erreichte – beide lagen über den Durchschnittswerten des Gesamtmarkts.

Warum die meisten Investmentfonds ihre Benchmarks unterperformen

Das Problem liegt nicht grundsätzlich in den Fonds selbst, sondern in den strukturellen Gegebenheiten. Jeder Dollar an Gebühren reduziert direkt die Nettorendite. Ein Fonds mit 1 % jährlichen Kosten muss seinen Benchmark mindestens um diese Marge übertreffen, um überhaupt gleichzuziehen. Über die Jahre führt das zu erheblichen Abzügen.

Zudem stehen größere Fonds vor Liquiditätsengpässen und sind weniger flexibel bei der Nutzung kleinerer Chancen, die einzelne Aktienauswähler möglicherweise ergreifen. Professionelles Management bringt Fachwissen und Diversifikation, kann aber die Kostenbelastung oft nicht vollständig ausgleichen.

Kategorien von Investmentfonds und ihre Renditeprofile

Verschiedene Fondsarten verfolgen unterschiedliche Renditeziele:

  • Aktienfonds streben Kapitalwachstum an, weisen meist höhere Volatilität und Renditepotenzial auf
  • Anleihefonds legen den Fokus auf Einkommensgenerierung und Kapitalerhalt, mit niedrigeren durchschnittlichen Renditen, aber auch geringeren Risiken
  • Geldmarktfonds priorisieren Sicherheit und Liquidität vor Wachstum
  • Target-Date-Fonds passen die Asset-Allokation automatisch an, je näher das geplante Ruhestandsdatum rückt
  • Balanced Funds kombinieren Aktien und Anleihen, um Risiko und Rendite zu moderieren

Ihre Wahl hängt von Ihrem Anlagehorizont, Ihrer Risikobereitschaft und Ihren Einkommensbedürfnissen ab.

Der Kostenfaktor: Was Sie tatsächlich zahlen

Bevor Sie einen Investmentfonds wählen, sollten Sie das Expense Ratio verstehen – den jährlichen Prozentsatz, den der Fonds für Management, Marketing und Verwaltung erhebt. Diese Gebühr wird direkt aus den Fondsvermögen abgezogen und schmälert Ihre Nettorendite.

Neben dem Expense Ratio können Fonds auch Front-End-Loads (Kaufgebühren), Back-End-Loads (Verkaufsgebühren) oder Transaktionskosten erheben. Diese Kosten summieren sich über Jahrzehnte und machen scheinbar kleine prozentuale Unterschiede bedeutend.

Wichtig: Anleger in Investmentfonds verzichten auf direkte Stimmrechte bei den im Fonds gehaltenen Wertpapieren. Die Entscheidungsbefugnis wird an den Fondsmanager delegiert.

Wie Investmentfonds im Vergleich zu anderen Anlageoptionen abschneiden

Investmentfonds vs. Exchange-Traded Funds (ETFs)

Der Hauptunterschied liegt in der Liquidität und Handelbarkeit. ETFs werden an Börsen wie Aktien gehandelt, sodass Sie jederzeit während der Handelszeiten zu Marktpreisen kaufen oder verkaufen können. Im Gegensatz dazu werden Investmentfonds nur einmal täglich nach Börsenschluss bewertet.

ETFs haben in der Regel niedrigere Kostenquoten als aktiv gemanagte Fonds, manchmal deutlich. Zudem können ETFs auch short verkauft werden, was für bestimmte Handelsstrategien nützlich ist. Für langfristige Buy-and-Hold-Anleger sind die Unterschiede weniger relevant, aber kostenbewusste Investoren tendieren oft zu ETFs.

Investmentfonds vs. Hedgefonds

Der Zugang ist grundlegend unterschiedlich. Hedgefonds sind meist nur für akkreditierte Investoren zugänglich – also Personen mit hohem Einkommen oder Vermögen – und erfordern oft hohe Mindestinvestitionen.

Wesentlich ist auch, dass Hedgefonds komplexe Strategien wie Leerverkäufe und Derivate (Optionen, Futures) einsetzen, die bei Investmentfonds meist vermieden werden. Das kann höhere Renditen, aber auch deutlich höhere Risiken bedeuten. Die Regulierung ist weniger streng, und die Gebührenstrukturen sind aggressiver, meist mit Performance-Fees zusätzlich zu den Managementgebühren.

Für die meisten Privatanleger sind Investmentfonds die zugänglichere und risikoärmere Wahl.

Ihre Entscheidung: Ist ein Investmentfonds das Richtige für Sie?

Investmentfonds eignen sich für Anleger, die professionelle Verwaltung, Diversifikation und relative Einfachheit suchen. Dennoch sollten Sie einige Faktoren sorgfältig prüfen:

Bewerten Sie Ihren Anlagehorizont. Längere Haltezeiten glätten die Volatilität und lassen die Kostenquote weniger ins Gewicht fallen.

Überprüfen Sie die Historie. Schauen Sie sich nicht nur die Ein-Jahres-Performance an, sondern auch Drei-, Fünf- und Zehn-Jahres-Renditen. Konstanz ist wichtiger als Spitzenleistungen.

Achten Sie auf Managementstabilität. Wenn ein Star-Manager den Fonds verlässt, verschlechtert sich oft die Performance. Verstehen Sie, ob Ihr potenzieller Fonds eine stabile Führung hat.

Vergleichen Sie die Gebühren. Der Unterschied zwischen 0,25 % und 1,25 % Expense Ratio summiert sich über Jahrzehnte zu erheblichen Vermögensunterschieden.

Kenntnis Ihrer Risikobereitschaft. Wachstumsorientierte Aktienfonds sind für Anleger geeignet, die Volatilität tolerieren; konservative Anleger sollten Anleihe- oder Balanced-Fonds bevorzugen.

Diversifikation innerhalb der Diversifikation. Statt nur einen Fonds zu halten, sollten Sie mehrere Fonds in verschiedenen Assetklassen wählen, um Konzentrationsrisiken zu minimieren.

Häufig gestellte Fragen zu Investmentfonds-Renditen

Was sind die besten Investmentfonds? Performance-Spitzenreiter sind der Shelton Capital Nasdaq-100 Index Direct und der Fidelity Growth Company Fonds, beide mit Renditen über 12 % jährlich in den letzten 20 Jahren. Doch vergangene Performance ist kein Garant für zukünftige Ergebnisse.

Wie viele Investmentfonds gibt es und welche Typen sind verfügbar? In den USA gibt es über 7000 aktive Investmentfonds, darunter Aktienfonds, Anleihefonds, Balanced Funds, Geldmarktfonds, Target-Date-Fonds und Spezialfonds. Diese große Auswahl bietet individuelle Gestaltungsmöglichkeiten, kann aber auch Entscheidungsprobleme verursachen.

Wie schneidet die durchschnittliche Rendite von Investmentfonds im Vergleich zum direkten Kauf des S&P 500 ab? Die meisten Anleger sind mit einem kostengünstigen S&P-500-Indexfonds oder ETF besser bedient, da diese die Marktperformance meist zuverlässig nachbilden und aktiv gemanagte Fonds in der Regel nur etwa 20 % übertreffen.

Soll ich in Investmentfonds, Einzelaktien oder ETFs investieren? Das hängt von Ihrer Expertise, Ihrem Zeitaufwand und Ihren Präferenzen ab. Anfänger profitieren von Investmentfonds oder Index-ETFs für eine passive Diversifikation. Erfahrene Anleger bevorzugen möglicherweise Direktinvestitionen in Aktien. ETFs bieten zunehmend die Diversifikation eines Fonds mit den Vorteilen eines Handelsprodukts.

Fazit: Investmentfonds können Teil eines diversifizierten Portfolios sein, vor allem für Anleger, die keine Zeit oder Expertise für aktives Stock-Picking haben. Wichtig ist, die Gebührenstrukturen mit den möglichen aktiven Managementvorteilen zu vergleichen und die Renditen passiv verwalteter Indexprodukte gegenüberzustellen. Ihre Wahl sollte auf Ihren persönlichen Umständen, Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikobereitschaft basieren, nicht auf kurzfristigen Performance-Trends.

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