Die Hong Kong Monetary Authority hat im vergangenen Monat offiziell die ersten zwei Lizenzen für Stablecoin-Emittenten ausgegeben. Die lizenzierten Institute sind die HSBC Bank sowie die „AnchorX“ (AnchorX – „Dingdian Financial“), die in einem Gemeinschaftsunternehmen von Standard Chartered Bank (Hong Kong), Hong Kong Telecom und der Anbo-Gruppe gegründet wurde; dies ist ein wichtiger Schritt für Hong Kong bei der Regulierung von virtuellen Vermögenswerten. Der Chef der HKMA, Eddie Yu Wai-man, sagte, beide Institutionen würden voraussichtlich Mitte des Jahres und zum Jahresende Stablecoins mit unterschiedlichen Einsatzszenarien herausbringen. Die Behörde werde zunächst die Umsetzung sowie die Risiken beobachten und dann bewerten, ob weitere Lizenzen erteilt werden.
HKMA: Erneute Vergabe von Stablecoin-Lizenzen? Bewertung der Risiken, strikte Kontrolle der Stückzahlen
Eddie Yu Wai-man erklärte, Stablecoins seien ein neuartiges Finanzprodukt, und die globalen Regulierungsrahmen befänden sich noch in der Entwicklungsphase. Daher stehe die HKMA in aktivem Austausch mit internationalen Organisationen wie dem Financial Stability Committee, um ein besseres Lizenzierungssystem und künftige Regulierungsmaßnahmen zu erarbeiten. In Bezug auf die öffentliche Frage, ob weitere Lizenzen freigegeben werden, betonte Yu, dass man zunächst abwarten müsse, bis die ersten Stablecoins offiziell live gehen und die tatsächliche Betriebsleistung beobachtet werden könne, bevor man neue Lizenzen in Betracht ziehe. Selbst wenn es künftig mehr Lizenzen geben sollte, werde die Anzahl streng kontrolliert und anhand der Marktgröße sowie der Entwicklung neu entstehender Risiken entschieden, um zu verhindern, dass der Markt unrealistische Erwartungen aufbaut.
Auch HKMA-Vizepräsidentin Dr. Chen Wai-man ergänzte, dass beide lizenzierten Einrichtungen vor dem offiziellen Start noch umfangreiche Vorbereitungsarbeiten zu leisten hätten. Dazu gehörten die Erreichung der Systemstandards, Risikokontrolle, Personalplanung und lokale Genehmigungen für grenzüberschreitende Anwendungsszenarien; die Behörde werde außerdem weiterhin eine langfristige Überwachung durchführen.
Zwei große Stablecoin-Anbieter HSBC und AnchorX: Fokus auf Retail-Zahlungen und unternehmensweite grenzüberschreitende Abwicklung
Unter den 36 Antragstellern der ersten Runde erhielten schließlich HSBC und AnchorX die Lizenzen. Die beiden Institute verfolgen unterschiedliche Marktpositionierungen: HSBC als Noten-Ausgebende Bank setzt auf eine Strategie, die vor allem auf allgemeine Verbraucher (Retail) ausgerichtet ist. Geplant ist, Stablecoins in PayMe sowie in die eigenen Anwendungen von HSBC zu integrieren.
AnchorX hingegen verfolgt das „Institution first“-Modell und zielt auf den B2B2C-Markt. Die Zielgruppen umfassen Finanzinstitutionen, grenzüberschreitenden E-Commerce, Web3-Projekte und kleine und mittlere Unternehmen. Der Schwerpunkt liegt auf Handelsabwicklung, Supply-Chain-Finanzierung und Abwicklung von On-Chain-Vermögenswerten. Beide gemeinsam adressieren jeweils den Bedarf für alltägliche Zahlungen der breiten Masse und grenzüberschreitende Anforderungen von Unternehmen und erweitern dadurch gemeinsam das Ökosystem von Hongkong-Dollar-Stablecoins.
Stablecoins senken die Kosten für Auslandsüberweisungen deutlich und ermöglichen „sekundenschnelles“ Gutschreiben
Mit Blick auf die künftige Entwicklung im Zahlungsbereich erklärte die HKMA weiter, dass derzeit internationale grenzüberschreitende Zahlungen stark auf das SWIFT-System angewiesen sind. Die Abwicklungsdauer sei lang und die Gebühren hoch. Zukünftig könnten bei hochfrequenten, kleinen und sofortigen automatisierten Zahlungen mit Hilfe von „AI Agents“ das traditionelle Bankensystem diesen Anforderungen möglicherweise nicht mehr gerecht werden; ein digitales Währungs-Ökosystem könnte die bessere Lösung sein.
Für die breite Öffentlichkeit gilt zwar, dass lokale elektronische Zahlungen bereits recht ausgereift sind und Stablecoins kurzfristig möglicherweise nur wenig Einfluss haben; langfristig jedoch werden Auslandsüberweisungen schneller und günstiger werden. Dazu gehören unter anderem Überweisungen von Studierenden, Zahlungen aus dem Ausland sowie grenzüberschreitender Konsum – all dies könnte in Form einer „sekundenschnellen Gutschrift“ erfolgen und die Gebühren deutlich senken.
(Circle CEO: Renminbi-Stablecoin birgt enormes Potenzial, Hongkong als Knotenpunkt für grenzüberschreitende Zahlungen wird befürwortet)
Dieser Artikel Hong Kongs erster Stablecoin-Start mit zwei Lizenzen! HKMA nennt Bedingungen für die Vergabe weiterer Lizenzen: solide Umsetzung, strikte Kontrolle der Stückzahlen Erstmals erschienen bei Ketten-News ABMedia.
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